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D-Jetronic - Wartung und Fehlersuche

Manchmal trifft man auf einen Laien, der kräht, dass ein Fahrzeug mit D-Jetronic Einspritzanlage störungsanfällig und die Wartung besonders kompliziert wäre. Dann kann man sich getrost umdrehen und mit Gebildeteren weiter reden. Stehen lassen, wenn er mit dem nächsten Atemzug die Vorzüge von Tiefbettfelgen schildert oder den Sound einer neuen Auspuffanlage vorführen möchte. Auf Treffen öffnet diese Spezies nur selten die Motorhaube ihres Autos, - damit bleibt einem der Blick auf einen verwahrlosten Motor und die Teile einer ausgeschlagenen Lenkung wenigstens erspart.

Vielleicht haben Sie auch Mitleid und Sie erklären ihm als volksbildnerische Massnahme die Fakten über Einspritzanlagen und die D-Jetronic. Besitzer eines Fahrzeugs mit D-Jetronic sind in der Regel technisch gebildet und auch etwas stolz darauf diese Technik zu verstehen und sachgemäss warten zu können.

Herr S. schreibt in einem Forum zum Thema Laien-Darsteller "Ich persönlich habe Horrorgeschichten von der D- Jetronic nur von denen gehört, die auch sonst auf anderen Gebieten nicht viel zu bieten haben. Meines Erachtens ist eine D- Jetronic noch so simpel, dass man mit vernünftiger Diagnose, Erfahrung und gesundem Menschenverstand den Fehler auch findet."

Der erste Schritt: Inspektion des Motors

Oft wird übersehen, dass die Störungen an Motoren mit D-Jetronic nicht durch die Einspritzanlage verursacht werden, sondern auf einem unsachgemäss eingestellten und schlecht gewarteten Motor und Fehlern bei anderen Komponenten beruhen. Ein ehemaliger Mitarbeiter der Volvo Deutschland GmbH, der zwischen 1970 und 1980 in Dietzenbach als der Spezialist für Einspritzanlagen bekannt war, schätzt, dass nur 5 Prozent der Fehler und Störungen durch die Komponenten der D-Jetronic verursacht werden. 95 Prozent der Fehler entstehen durch unsachgemässe Wartung, nicht beseitigte Fehler an Motor und Aggregaten. Dabei reicht die Bandbreite von defekten Kerzensteckern bis zu einer abgelaufenen Nockenwelle.

Bei Wartung und Fehlersuche muss als erster Schritt eine komplette Inspektion des Motors durchgeführt werden. Das methodische Vorgehen wird in den Werkstatt-Handbüchern, Gruppe 2, ausführlich beschrieben. Hier die Stichpunkte:

  • Kontrolle des Venilspiels
  • Hub der Nockenwelle prüfen
  • Kompression prüfen
  • Benzinfilter prüfen, Wechsel alle 20.000 km
  • Luftfilter prüfen, Wechsel alle 40.000 km
  • Kontrolle der Zündspule
  • Kontrolle der Zündkerzen
  • Kontrolle der Zündkabel und -stecker
  • Kontrolle der Kontakte des Zündverteilers
  • Kontrolle der Kappe des Zündverteilers
  • Kontrolle des radialen Spiels der Nockenwelle des Verteilers
  • Kontrolle der Zündeinstellung
  • Kontrolle des Keilriemens
  • Kontrolle der Masseverbindungen
  • Kontrolle der Kurbelwellenentlüftung
  • Dichtung des Auspuffkrümmers

 Der zweite Schritt: Überprüfung der Komponenten der D-Jetronic

Erst wenn der Motor sorgfältig überprüft und eingestellt wurde, werden die Komponenten der D-Jetronic systematisch überpüft. Dazu benötigt man diese speziellen Werkzeuge:

  • Entweder ein Messgerät für die D-Jetronic (Bosch EFAW 193 oder 228; Grundig ECU)
  • Oder auch nur ein Multimeter
  • Manometer mit einem Anzeigebereich bis 5 bar für die Prüfung und Einstellung des Systemdrucks in der Kraftstoffleitung

Das methodische Vorgehen und die Besonderheiten werden den Werkstatt-Handbüchern, Gruppe 2 für die Motoren B 20 E/F oder B30 E/F ausführlich und verständlich beschrieben. Besonders wichtig sind diese Einstellungen:

  • Systemdruck in der Kraftstoffleitung
  • Drosselkappenspalt und -schalter einstellen
  • Leerlaufdrehzahl mit der Umluftschraube einstellen
  • CO-Gehalt mit CO-Tester am Fahrzeug
  • Am Steuergerät (ECU) der D-Jetronic ist an der rechten Längsseite der Einstellknopf für einen Potentiometer. Diesen Knopf ganz nach rechts drehen (in Aufsicht rechts) und dann zwei Rastungen nach links. Der Motor muss jetzt 2 Vol-Prozent CO haben.

Fehler treten hauptsächlich an mechanischen Verschleissteilen der D-Jetronic auf, wie

  • Drosselklappenschalter
  • Auslösekontakte im Zündverteiler
  • Barometerdose im Druckfühler
  • Druckregler in der Kraftstoffleitung

 

Motor zu fett:
Fehler am Druckfühler. Schlauch von Ansaugkrümmer undicht oder Barometerdose im Druckfühler undicht. Mit Vakuumpumpe absaugen, wenn der Druckfühler kein Vakuum hält, erneuern.

Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 19. Januar 2010 )
 
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